Kleines Lexikon der Jarlsess Geiranger

Ansgars Stein:
Bei Ansgars Stein handelt es sich um einen Runenstein, der durch Jarl Hroc Earricson zu Gunsten seines treuen Gefolgsmanns Ansgar Svenson aufgestellt wurde.

Åser-av-gamle-menn, (alt vinl. „die Hügel der alten Männer“):
Hierbei handelt es sich um einen kleinen Höhenzug auf dem Fjell in dessen Windschatten der Grimm’s Hof liegt.

Disir, die (vinl.):
(Disen nord., Pl. dis „Frau”) nordgermanische Allgemeinbezeichnung für Fruchtbarkeits- und Schicksalsgöttinnen, geisterhafte Frauen und Geburtshelferinnen; Schutzgeister der Männer in Frauengestalt. Ihren Schutzbefohlenen erscheinen die Disir in warnenden Träumen.

Zu den Disir gehören die Walküren und die Nornen.
Als Dis der Vanen wird Freyja bezeichnet.

In Vinland ist die „weise Frau“ ebenfalls ein Gattungsbegriff und umschreibt nahezu alle gebildeten Frauen. Der Begriff umfaßt daher sowohl Heilerinnen und Hebammen, Godi, Seherinnen, Bardinnen usw. Die Verwendung der Bezeichnung „Disir“ oder „Dise“ in Anreden ist somit eine ausdrückliche Ehrbezeugung.

Das Fjell (vinl. Gebirge):
Das Fjell ist eine Hochebene über Geiranger, auf der die Sommerweiden der Schafsherden liegen. Die dortigen Höfe sind rauhem Klima ausgesetzt und beherbergen einen eigenbrötlerischen Menschenschlag.

Geiranger (vinl.):
„Schutzspeer“ (wörtlich „Speer gegen Räuber“). Ortschaft und Sitz des Hersirs in der gleichnamigen Jarlsess im Loksefjord. Hier liegt ein bedeutendes Zentrum der Schafzucht, welche vor allem in der Heidelandschaft auf der nördlich des Fjords gelegenen großen Hochebene betrieben wird.

Halfleiding, der (vinl.):
Hierbei handelt es sich um das militärische Aufgebot, welches etwa der Hälfte eines Leiding entspricht, wobei jedoch Unfreie sicherlich nicht eingezogen werden. Der vernünftige Gedanke dabei und auch bei der sonstigen militärischen Organisation liegt natürlich darin, daß hinreichend Männer vom Waffendienst verschont bleiben sollen, um die Landwirtschaft und die sonstigen Gewerbe einigermaßen in Betrieb zu halten. Daher wird auch das Halfleiding wohl kaum jemals zum vollen Einsatz gelangen. Die nächst niedere Einheit ist der Hird, die nächst höhere Einheit der Leiding.

Havahål (vinl.):
Die „hohe Halle“ von Geiranger ist Sitz des Hersirs Hroc Earricson und seit vier Generationen in Besitz seiner Familie. Seit Ihrem Bau durch Geirólfur Rafnson, dem Großonkel Hroc Earricsons, in 952 wurden stets Veränderungen und Erweiterungen durch die jeweiligen Herren vorgenommen. Nun ist Sie der Ort für Versammlungen und Feierlichkeiten. Sie ist das größte Bauwerk des Dorfes und vermag bei Feiern über hundert Menschen aufzunehmen. Sie verfügt über zwei Feuerstellen, wobei die größere hiervon die Festhalle schmückt und ausreicht, um einen ganzen Ochsen hierauf zu braten. Zu der „hohen Halle“ Geirangers gehören zudem Stallungen sowie die persönliche Schwitzhütte des Hersirs, welche Hroc Earricson am Hang über der Havahål errichten ließ.

Havajarl (vinl.):
Der „Hochjarl“ ist in Vinland die Bezeichnung für einen besonders mächtigen Jarl. Sein Einfluß in die Belange einer Insel sind stark wenn nicht gar dominierend. Die Zahl seines Gefolges ist gewaltig und es befinden sich sicherlich Hetmanen, womöglich sogar schwächere Jarls hierunter. Sein Einfluß entspricht dem eines Herzogs.

Hersir (vinl.):
Hersir ist der Sammelbegriff für alle Adligen und kann somit als immer korrekte Bezeich-nung wie auch Anrede unabhängig vom genauen Rang benutzt werden. Der Begriff entspringt dem militärischen Ursprung eines gewählten Heerführers über freie Männer.

Hetman / Hetmann (vinl.):
Der Hetman (Hetmann, neuzeitl.) stellt den kleinster Rang in der vinländischen Hierarchie der Adligen dar. Bezeichnet dieser Titel ursprünglich den Eigentümer und Befehlshaber eines Langschiffs, so steht er heutzutage üblicherweise für mehr Macht und Einfluß. Er entspricht etwa einem gut gestellten, vergleichsweise wohlhabenden Ritter mit einem sehr ordentlichen Lehen oder einem Dorfvorstand. In Vinland trägt diesen Rang häufig das Oberhaupt einer der kleineren Sippen.

Hird, der (vinl.):
Der Hird bildet den Grundstock der vinländischen Streitkräfte und umfaßt zum einen die hauptberuflichen, ständig unter Waffen stehenden Krieger, namentlich die Huscarle, die von den Adligen und auch einigen besonders Wohlhabenden als Leibwächter dienen und die natürlich die Elite der vinländischen Streitkräfte bilden.

Hinzu kommen die sogenannten Hirdmänner. Hierbei handelt es sich um gut ausgerüstete und ausgebildete Mitglieder der Gefolgschaft, welche normalerweise ihrer üblichen Tätigkeit als Bauer, Handwerker oder ähnliches nachgehen.

Hirdmänner, die (vinl.):
Die Hirdmänner bilden zusammen mit den Huscarlen das Rückgrat der vinländischen Streitkräfte. Hierbei handelt es sich um Mitglieder der Gefolgschaft, welche normalerweise ihrer üblichen Tätigkeit als Bauer, Handwerker oder ähnliches nachgehen. Allerdings gehören sie zu einer Gruppe der Bevölkerung (z.B. ein oder mehrere Familien), die gemeinsam dafür Sorge trägt, daß er gut ausgebildet wird und in Übung bleibt. Zudem wird dafür Sorge getragen, daß er eine erstklassige und vollständige Kampfausrüstung verfügt. Ein Hirdmann steht zudem unter ständiger Bereitschaft, einem entsprechenden Aufruf ohne jegliches Verzögern zu folgen und ist daher in kürzester Frist zum Kampf einsetzbar. Die Größe der Gruppe, die jeweils einen Hirdmann zu stellen und zu unterhalten hat, ist natürlich je nach Wohn- und Besitzverhältnissen unterschiedlich, um die Belastung des einzelnen gerecht und gleich zu gestalten, beträgt aber im Schnitt 30 Personen, wobei Alter,  Geschlecht und Stand keine Rolle spielen.

Hrolleifshalla, die (vinl.):
„Halle von Hrolleif“ (wörtlich „Hrolleifs Halle“). Kleines Langhaus im Dorfe Geiranger, welches von Ori Svenson erworben wurde. Es steht jedoch seit geraumer Zeit leer und wird sicherlich ein Tagungsordnungspunkt in einem der nächsten Things sein.

Huscarl, der (vinl.):
„Hauskrieger“ (aus „Hus“ = Haus und Carl oder Karl = freier Krieger), hierbei handelt es sich um einen Krieger, der einem Anführer Gefolgschaft bis in den Tod geschworen hat und diesem als persönliche Leibwache dient. Die Huscarle sind die einzige Form eines stehenden Heeres, welches man in Vinland kennt. Diese Krieger werden von ihrem Herrn ausgestattet und unterhalten. Auf diese Weise sind sie kontinuierlich kampfbereit, in der Waffenkunst geübt und stehen daher dem Hersir auch zur Erntezeit zur Verfügung. Sie bilden somit die Elite der vinländischen Streitkräfte.

Husgard, die Feste (vinl.):
„Hauswache“ (aus „Hus“ = Haus und „gard“ = Wache). Die geirangersche Ringfeste und Siedlung auf der Midtehøyde zwischen Geiranger und Skyvik. Die Ringfeste wurde im Jahr 1007 fertiggestellt und beinhaltet Platz für bis zu 16 große Langhäuser. Sie besteht aus einem Erdwall mit einem Fundament aus Bruchsteinen sowie einer Wehrmauer mit Holzaufbauten. Hinzu kommt eine ausgefeilte Grabenanlage mit spitzen Steinen als friesischen Reitern.

Isvanngjelet, die (vinl.)
„Gjel“, dies war das altvinländische Wort für eine enge Schlucht, für eine Klamm, welche von den wilden Wassern eines Bergbachs gegraben wurde. Diese stürzten eiskalt von den Höhen der Ausläufer der Havasteine hinab, um im Tal des Rodwôrmstieg hoch über Geiranger zusammenzufließen. So hatte man sie schließlich auch genannt: Isvanngjelet, die Eiswasserklamm. Diese kann nur im Sommer begangen werden und an deren Ende liegt ein kleines Heiligtum der Hersirsfamilie. Dieses ist für alle anderen Tabu.

Jarl, der (vinl.):
Dieser Titel bezeichnet einen einflußreichen und mächtigen Adligen in Vinland. Er besitzt eine große Gefolgschaft, worunter sich durchaus auch mehrere Hetmanen befinden können. Man kann ihn mit einem Baron oder Grafen vergleichen.

Jarlfürst, der (vinl.):
Der Jarlfürst bildet keinen eigentlichen Adelsrang. Vielmehr handelt es sich um einen zumindest von der Mehrheit der Adligen einer Insel erwähltes Oberhaupt, welches sie vor allem nach außen hin vertreten soll und das eigentlich nur einige wenige Kompetenzen und Sonderrechte genießt. In Kriegszeiten hat er jedoch das Oberkommando über die Streitkräfte der Insel inne. Er ist somit Botschafter und Feldherr einer Insel in einer Person.

Ketilshalla, die (vinl.):
„Halle von Ketil“ (wörtlich „Ketils Halle“). Kleines Langhaus im Dorfe Geiranger und kürzlich von Dellayar von Cardis, einem reisenden Skalden und Barden, erworben.

Lagans Stein, der:
Ein in der Dorfmitte plazierter Runenstein, auf dem die Gründung der Sippe derer von Geiranger durch Lagan dem Kühnen verkündet wird. Nachdem Frühjahrslämmerfest des Jahres 1001 ist jedoch klar geworden, daß an diesem Stein doch mehr dran ist. Seit dem ranken sich viele Geschichten um Ihn und seine mögliche Verbindung zur Anderswelt.

Leiding, der (vinl.):
Hierunter versteht man das Aufgebot aller Waffenfähigen zwischen 16 und 60 Jahren einschließlich der bei dieser Gelegenheit herangezogenen hinreichend zuverlässigen Unfreien, also mehr oder weniger vinländischen Schuldsklaven und wohl nur in sehr geringem Umfang ausländische Kriegsgefangene. Ein solches Aufgebot würde jedoch naturgemäß nur dann überhaupt zum Tragen kommen, wenn die Inseln selbst durch einen fremden Angriff mit großer Macht in höchste Gefahr geraten würden.

Midtehøyde, die (vinl.):
„Mittlere Höhe“ (wörtlich „Höhe der Mitte“). Hauptgipfel des küstennahen Höhenzuges „Midterstehøyden“ zwischen Geiranger und Skyvik. Westlich des Mørklund gelegen und als Baugrund für Husgard auserkoren.

Midterstehøyden, die (vinl.):
„Mittlere Höhen“ (aus „midterste“ = mittlere und „høyden“ = Höhen). Küstennaher Höhenzug zwischen Geiranger und Skyvik. Höchster Gipfel ist die „Midtehøyde“ mit Sitz der derzeitigen Baustelle der geplanten Ringfeste und Siedlung „Husgard“.

Mørklund, der (vinl.):
„Dunkelhain“ (aus „Mørk“ = dunkel und „Lund“ = Hain). Größter zusammenhängender Wald der Jarlsess Geiranger, zwischen Geiranger und Skyvik gelegen. Wohnstatt des Druiden Grimmnir.

Rôdworm Sti (vinl.):
Der „Rotwurm Steig“ führt von Geiranger nach Pâpan Rôdworm, dem Hauptheiligtum des Roten Drachen, hinauf. Er wurde von den zahllosen Anhängern des Drachenkultes seit Jahrhunderten ausgetreten und ist nicht ungefährlich. Neben dem glitschigen Stein bei kalten und regennassen Tagen, schnell aufziehender Unwetter und den anderen Tücken des Gebirges, drohen hier auch durchaus Angriffe durch Bergtrolle.

Skyvik (vinl.):
„Wolkenbucht“ (aus „Sky“ = Wolke und „Vik“ = Bucht). Dorf in der Jarlsess Geiranger im Loksefjord. Bekannt durch die Zucht von stämmigen Kleinpferden, welche in den rauhen und felsigen Regionen Norglaws als Lasttiere genutzt werden.

Snautopp (vinl.):
„Kahler Gipfel“ (aus „snau“ = kahl und „Topp“ = Gipfel, Spitze, Wipfel). Mächtiger Felsen in den Ausläufern der Midterstehøyden auf dem die Steine für den Bau von Husgard gebrochen wurden. Tjalf Leifson richtete hier seinen Steinbruch ein, von dem er nun die Jarlsess aus beliefert.

Stybjornshalla (vinl.):
Die Halle Stybjorns, dem wohl bedeutetsten Goden Geirangers, welcher hier im Jahre 852 die Kulthalle der Götter errichtet hat. Edle Schnitzereien und Runensteine verzieren bereits das Äußere der Halle. Alle nachfolgenden Goden haben diese Halle bezogen und über die Kulträume gewacht.

Tykkhorn, das (vinl.):
Das vinländische „Dickhorn“ ist eine Zucht aus dem ursprünglich mit den Einwanderern nach Vinland gekommenen Får (=Schaf), welches wohl dem Gute- oder Gotlandschaf sehr ähnelte und späterhin geraubten Schafen aus Eire und Albion. Auch beim Tykkhorn entwickeln beide Geschlechter Hörner und sie werden als Freiweideschafe gehalten. Die Wolle besteht aus zwei Typen von Wollfasern, dem gröberen Deckhaar und dem feineren Unterhaar. Die Farben variieren zwischen hellgrau und dunkelgrau bis schwarz, manchmal kommen jedoch auch braun . Tykkhorns haben eine Widerristhöhe von gut vier Fuß und wiegen zwischen 40 und 80 kg je nach alter und Geschlecht.

Felagi, pl. FelagaR:
„FelagaR“ (Bezeichnung: „Felagi“, Plural „FelagaR“ grob Übersetzt mit „Genosse“) waren Männer, die Teile ihres beweglichen Vermögens zu einem gemeinsamen Kapital zusammenlegten, das einem gemeinsamen Unternehmen diente. Gewinn und Risiko trugen sie gemeinsam.

(in Bearbeitung)